Programm

Dienstag, 19.05.2015
19.00 Uhr

Stefan Weidner
Islamwissenschaftler
Köln

„Der Westen und seine Feinde – gibt es doch einen Kampf der Kulturen?“
Der Islam dient einerseits als Projektionsfläche für westliche Ängste, andererseits gibt es viele Muslime, die den Westen als Feind und kulturellen Widersacher sehen. Stefan Weidner geht in seinem Vortrag der Frage nach, wie die sich spiegelnden Feindbilder zustande kommen und wie man ihnen entgegentreten kann, ohne weltanschauliche und kulturelle Differenzen zu leugnen.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Residenzschloss, Schlosskapelle
Taschenberg 2, 01067 Dresden
Eintritt frei

 

Dienstag, 09.06.2015
19.00 Uhr

Bernhard Pörksen
Medienwissenschaftler
Tübingen

„Die Empörungsgesellschaft. Die neue Macht der vernetzten Vielen.“
Im digitalen Zeitalter sind die vernetzten Vielen zur publizistischen Macht geworden. Sie verändern die Agenda und das Tempo des klassischen Journalismus, veröffentlichen auf Blogs, Wikis, in sozialen Netzwerken, werden als Medienkritiker und Meinungskorrektiv aktiv, bilden Protestgemeinschaften, stürzen Politiker, bringen Unternehmen in Bedrängnis und erschaffen kluge Gegenöffentlichkeiten. Und sie finden sich zum grausamen Mobbingspektakel zusammen. Unter den neuen Kommunikationsbedingungen ist alles sichtbar – die kleingeistige Attacke, aber auch die großartige Enthüllung, das berührende Engagement, der verschwörungstheoretische Wahn. Und doch bleibt die Frage: Wie können sich die vernetzten Vielen – ohne institutionelle Anbindung – gleichsam selbst zivilisieren? Auf welche Weise verhindert man, dass ideologische Parallelrealitäten entstehen, die einer offenen Gesellschaft gefährlich werden können? Und wie bleibt, in einer Zeit radikal individualisierter Nischenöffentlichkeiten, die Agenda der Allgemeinheit als Fixpunkt öffentlicher Debatten gewahrt?

Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Residenzschloss, Schlosskapelle
Taschenberg 2, 01067 Dresden
Eintritt frei

 

Montag, 15.06.2015
19.30 Uhr

Pankaj Mishra
Publizist
London / Mashobra (Indien)

„Europa und der Zusammenbruch von Gewissheiten – eine kritische Perspektive aus dem Osten“
Wer ist in einer globalisierten Welt Impulsgeber für Fortschritt und Entwicklung? Wurde der „Westen“ auch über lange Zeit als treibende Kraft einer internationalen Modernisierung gesehen – heute ist diese Rolle fragwürdig geworden. Mit seinem international vielbeachteten Buch „Aus den Ruinen des Empires“ hat Pankaj Mishra der europäischen Sicht auf die Entwicklung der Moderne eine starke asiatische Perspektive entgegengestellt. Was kann Europa heute daraus lernen?

Vortrag in englischer Sprache mit Simultanübersetzung

Militärhistorisches Museum
Erdgeschoss Libeskindkeil
Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden
Eintritt frei

 

Dienstag, 30.06.2015
19.00 Uhr

Carlo Strenger
Psychologe, Philosoph
Tel Aviv

„Das Eigentor der westlichen Kultur – Rede zur Verteidigung unserer Freiheit“
Die politische Euphorie von 1989 ist verklungen, das Ende der Geschichte nicht eingetreten. Doch nicht allein der Mauerfall wirft lange Schatten: 26 Jahre nach der Fatwa gegen Salman Rushdie stellt uns der Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo einmal mehr vor die Frage, wie der Westen selbstbewusst für seine Werte eintreten kann – ob nun gegen Fundamentalisten, Populisten oder die antiwestliche Rhetorik eines Wladimir Putin. Während viele Linke und Liberale durch die Logik der politischen Korrektheit gleichsam gelähmt erscheinen, schwingen sich Figuren wie Marine le Pen und Bewegungen wie Pegida zu Verteidigern des Abendlandes auf. In dieser Situation appelliert Carlo Strenger an die gemäßigten politischen Kräfte, die Verteidigung der Freiheit nicht der politischen Rechten zu überlassen und schlägt statt politischer Korrektheit eine Haltung der zivilisierten Verachtung vor. Damit stellt er das aufklärerische Prinzip der Toleranz wieder vom Kopf auf die Füße: Anstatt jede Glaubens- und Lebensform zu respektieren und diskursiv mit Samthandschuhen anzufassen, müssen wir uns daran erinnern, dass nichts und niemand gegen wohlbegründete Kritik gefeit sein darf: „Wenn andere Kulturen nicht kritisiert werden dürfen, kann man die eigene nicht verteidigen.“

Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Marta-Fraenkel-Saal
Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
Eintritt frei

 

Dienstag, 07.07.2015
19.00 Uhr

Volker Perthes
Politikwissenschaftler
Berlin

„Globalisierung und Geopolitik: Die neue (Un-)Ordnung der Welt“
In der heutigen, globalisierten Welt sind alle Akteure stärker miteinander vernetzt als noch im 20. Jahrhundert. Die Kräfteverhältnisse zwischen den großen Staaten verschieben sich, aber die Staaten sind nicht mehr die einzigen relevanten Akteure in der internationalen Politik. All dies findet vor dem Hintergrund geopolitischer Ungewissheit statt: Durch den russisch-ukrainischen Konflikt sind Grundfesten der europäischen Friedensordnung ins Wanken geraten. Im Nahen und Mittleren Osten scheint die bestehende Staatenordnung sich aufzulösen. In Asien verbindet sich der parallele Aufstieg von zwei potentiell konkurrierenden Mächten, China und Indien, mit der Frage, wie eine zukünftige Machtbalance zwischen China und den USA sich gestalten wird.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Residenzschloss, Schlosskapelle
Taschenberg 2, 01067 Dresden
Eintritt frei

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